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News

Umbauarbeiten Instrastat- & Lohnabteilung Sterzing

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Ihnen mitteilen, dass der zweite Stock unseres Bürogebäudes in Sterzing wegen Umbauarbeiten vom 16. September bis einschließlich 13. Oktober 2017 vorübergehend geschlossen ist. Wir bitten um Verständnis.

Unsere Mitarbeiter Max Radl, Stephanie Bacher und Ruth Zössmayr werden Ihnen während dieses Zeitraums im Erdgeschoss unseres Bürogebäudes in Sterzing zur Verfügung stehen. Ursula Obermüller, Simone Bergmeister, Michael Ninz und Manuel Tschöll übersiedeln hingegen für den genannten Zeitraum zeitweise in unser Büro nach Brixen.

Unterlagen für unsere Mitarbeiter, welche vorübergehend in Brixen arbeiten, können Sie selbstverständlich in unserem Sekretariat in Sterzing abgeben.

Die direkten Telefonnummern unserer Mitarbeiter bleiben während dieser vier Wochen unverändert. Nach Abschluss der Umbauarbeiten in Sterzing kehren alle Mitarbeiter wieder an ihre gewohnten Arbeitsplätze zurück.

Bilateraler Solidaritätsfonds der autonomen Provinz Bozen-Südtirol

Das INPS hat mit dem Rundschreiben Nr. 125/2017 die operativen Anleitungen im Zusammenhang mit der Auszahlung der ordentlichen Lohnausgleichskasse des bilateralen Solidaritätsfonds bekannt gegeben. Die Solidaritätsfonds sind für jene Arbeitgeber eingeführt worden, welche nicht in den Anwendungsbereich der Bestimmungen zur Lohnausgleichskasse fallen. Dadurch können Arbeitgeber beispielsweise in den Bereichen Tourismus, Handel usw. die Leistungen der Lohnausgleichskasse beantragen. Die Beträge und Versicherungsbeiträge werden ab September auf den UNIEMENS ausgewiesen. Die Nachzahlungen der Vormonate sind hingegen bis zum 16. November zu tätigen.

Der bilaterale Solidaritätsfonds für Südtirol sieht die Unterstützung von Arbeitnehmern bei Aussetzung oder Reduzierung der betrieblichen Tätigkeit aufgrund von Problemen des Arbeitgebers, die nicht auf den Unternehmer oder die Arbeitnehmer zurückzuführen sind, sowie bei zeitweiligem Auftragsrückgang, betrieblicher Umstrukturierung, Unternehmenskrisen und Solidaritätsverträgen  vor. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Unterstützung aus dem Solidaritätsfonds ist die Beschäftigung von mindestens 75% der Mitarbeiter in Produktionseinheiten innerhalb der Provinz Bozen.

Zur Beitragszahlung verpflichtet sind Betriebe, welche durchschnittlich mehr als fünf Arbeitnehmer beschäftigen. Dennoch besteht für Arbeitgeber mit einer Mitarbeiterzahl von einem bis fünf Angestellten die Möglichkeit auf freiwilliger Basis im Sinne des Art. 2, Abs. 2 des Dekrets Nr. 98187/2016 in den Fonds einzuzahlen. Die Beitragspflicht in Bezug auf die Beschäftigungszahl wird zum 1. Jänner eines jeden Jahres ermittelt und zwar aufgrund der durchschnittlichen Anzahl der Beschäftigten im vorherigen Semester (Juli – Dezember des Vorjahres).

Die Leistungen des Fonds sind für Arbeitnehmer mit einem abhängigen Arbeitsverhältnis bestimmt, einschließlich der Lehrlinge mit einem berufsspezialisierenden Lehrvertrag, welche ein Dienstalter von über 90 Tagen bei der Produktionseinheit erreicht haben und für welche um die Inanspruchnahme der einkommensstützenden Maßnahme angesucht wurde.

Die Höhe der ordentlichen Lohnausgleichskasse beträgt 80% der Entlohnung, auf welche der Mitarbeiter für die nicht gearbeiteten Stunden, aufgrund der Aussetzung der Arbeit, ansonsten Anrecht gehabt hätte. Die Beträge der Leistungen sind gedeckelt und können nur innerhalb bestimmter Höchstbeträge ausbezahlt werden.

Die Arbeitgeber müssen die Nachzahlungen von März 2017 (Datum des Inkrafttretens des Dekrets) bis August 2017 innerhalb des 16. November 2017 leisten. Für all jene, welche die Beiträge bereits seit März 2017 in den Sonderfond des INPS eingezahlt und rechtzeitig den Antrag für die Beitragszahlung an den Fonds gestellt haben, ist eine Verrechnung des dadurch entstandenen Guthabens mit den effektiv geschuldeten Beiträgen innerhalb des 16. November 2017 möglich. 

Ab September werden wir alle Lohnausarbeitungen im Sinne den genannten Gesetzesbestimmungen vornehmen. Unternehmen, welche einen bis fünf Arbeitnehmer beschäftigen und somit nicht zur Beitragszahlung an den Fonds verpflichtet sind, aber dennoch beabsichtigen in den Solidaritätsfonds einzuzahlen, können sich dafür gerne an uns wenden. 

Beiträge Landwirtschaft und Ausarbeitung Modell F24

Ab der nächsten Einzahlungsfrist der Beiträge für die befristet oder unbefristet beschäftigten Arbeiter (16. September 2017) erhalten Arbeitgeber im Bereich Landwirtschaft keinen Brief mehr an ihre Wohnsitzadresse mit der Aufstellung der Beiträge für die Einzahlung des F24 durch das INPS. Landwirtschaftliche Unternehmen müssen diese jetzt selbst oder durch einen ermächtigten Vermittler (Arbeitsrechtsberater oder Arbeitgeberverband) auf der Online-Plattform des INPS („Cassetto previdenziale aziende agricole“) herunterladen. Die Aufstellungen werden daher nicht mehr in Papierform der betroffenen Unternehmen zugestellt. Die Möglichkeit das vorausgefüllte Modell F24 bis zur Fälligkeit auszudrucken bleibt unverändert. 

Richtlinien für Gewährung von Beiträgen für Anstellung Menschen mit Behinderung

Die Südtiroler Landesregierung hat am 25.07.2017 die Richtlinien für die Gewährung von Beiträgen für die Anstellung von Menschen mit Behinderungen genehmigt. Diese Richtlinien regeln die Modalitäten für die Gewährung von Beiträgen an private Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber für die Anstellung von Menschen mit Behinderung sowie an Inhaber und Inhaberinnen von Betrieben für die Beschäftigung von mitarbeitenden Familienmitgliedern mit Behinderung.

Anspruchsberechtigt sind jene privaten Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, die eine oder mehrere Personen mit Behinderung mit Wohnsitz in Südtirol als Arbeitnehmer mit befristetem oder unbefristetem Arbeitsvertrag aufgenommen haben, sowie Inhaber und Inhaberinnen von Betrieben, die Personen mit Behinderung als mitarbeitende Familienmitglieder beschäftigen. Die Förderung können nur für angestellte Personen und mitarbeitende Familienmitglieder mit einer Zivilinvalidität von mindestens 46 Prozent oder einer Arbeitsinvalidität von mindestens 34 Prozent gewährt werden, die ausschließlich im Betrieb beschäftigt sind und für welche die Sozialabgaben beim INPS eingezahlt werden.

Der Beitrag wird nur gewährt, falls die Person mit Behinderung keiner anderen Tätigkeit nachgeht. Als andere Tätigkeit gelten auch der Besuch einer Behindertenwerkstätte und die Beschäftigung mit individueller Vereinbarung zur Arbeitseingliederung oder zur Arbeitsbeschäftigung. Diese Förderungen laut diesen Richtlinien sind mit anderen Förderungen oder Begünstigungen, die denselben Förderungsgrund betreffen (die Anstellung von Menschen mit Behinderung), unvereinbar.

Der Beitrag wird an den Laufzeiten und mit Prozentsätzen gemessen am Bruttolohn der Person mit Behinderung berechnet. Der jährliche Beitrag kann den Betrag von € 7.500,00 nicht überschreiten. Handelt es sich um ein mitarbeitendes Familienmitglied, wird ein Pauschalbetrag im Ausmaß von 50 Prozent der Sozialabgaben gewährt, die im Antragsjahr effektiv gezahlt werden.

Der mit Stempelmarke versehene Antrag muss, bei sonstigem Verfall, bis 31. August eines jeden Jahres, und auf jeden Fall vor einer allfälligen Auflösung des Arbeitsverhältnisses, beim Landesarbeitsservice eingereicht werden.

Der Beitrag wird bis zur Erreichung der Höchstdauer vergeben (siehe Anhang A, Beschluss der Landesregierung Nr. 824/2017). Wird die Person mit Behinderung im Laufe des Jahres angestellt, sodass sie im ersten Jahr weniger als 12 Monate arbeitet, wird dieser kürzere Beschäftigungszeitraum für die Erreichung der Höchstdauer als ganzes Jahr bewertet. Besteht aus triftigen Gründen die Vermutung, dass dem Betrieb kein Leistungsausfall aufgrund der Invalidität der Person entsteht, kann der Beitrag verweigert werden.

Die Abrechnung muss bis 30. April des auf die Beitragsgewährung folgenden Jahres eingereicht werden, ansonsten verfällt der Anspruch auf den gewährten Beitrag. Berechnungsgrundlage für den auszuzahlenden Beitrag ist der tatsächlich im Antragsjahr angefallene Bruttolohn, der aus dem Formblatt CU (Einheitliche Bescheinigung) hervorgeht. Dem Auszahlungsantrag muss das Formblatt CU beigelegt werden. Der Arbeitsservice führt Stichprobenkontrollen der genehmigten Anträge durch.

Der Beitrag wird nur für Neuanstellungen im Antragsjahr oder im vorhergehenden Jahr gewährt oder wenn in diesem Zeitraum der Prozentsatz der Invalidität im Ausmaß erhöht wurde, dass sich die Beitragsdauer verlängert. Zudem wird der Beitrag gewährt, wenn der betroffenen Person im Antragsjahr oder im vorhergehenden Jahr erstmals im Laufe des Arbeitsverhältnisses eine Invalidität zuerkannt wurde.

Für Anstellungen, für welche bereits ein Beitrag im Sinne der bis einschließlich 2016 geltenden Regelung gewährt wurde, kann die Beitragsgewährung nach diesen Richtlinien fortgeführt werden, falls die bisher geltende Höchstdauer noch nicht erreicht wurde. Die vorhergehenden Beitragsjahre werden für die Erreichung der Höchstdauer, unter Anwendung des Beschlusses der Landesregierung vom 25.07.2017, berücksichtigt.

Anhang A, Beschluss der Landesregierung Nr. 824/2017:

Art der Invalidität

Prozentsatz

Beitragsdauer in Jahren

Beitrag in Prozent des Bruttolohns

Intellektuelle, neurologische und psychische Beeinträchtigung

46%-66% Zivilinvalidität oder

34%-66% Arbeitsinvalidität

8

10%

67%-79%

25

20%

80%-100%

25

30%

 

Körperliche Beeinträchtigung oder Sinnesbeeinträchtigung

46%-66% Zivilinvalidität oder

34%-66% Arbeitsinvalidität

3

10%

67%-79%

8

20%

80%-100%

8

30%

Wer Mitarbeiter mit einer Behinderung beschäftigt und einen solchen Antrag zur Gewährung von Beiträgen stellen möchte, kann sich dafür gerne an uns wenden.

Gelegenheitsarbeiten Klarstellungen Inps

Wie bereits in unserem letzten Rundschreiben (14-2017) beschrieben, hat das INPS nun die nötigen operativen Anleitungen zur Gelegenheitsarbeit veröffentlicht. Darin geht das Institut unter anderem näher auf die Online-Registrierung, die privaten Haushalte, sowie auf die Landwirtschaft und die Bezahlung der Vergütungen ein. Nachfolgend fassen wir kurz die wichtigsten Klarstellungen des Inps zur Gelegenheitsarbeit zusammen. 

Um die Leistungen des Instituts zur Gelegenheitsarbeit in Anspruch zu nehmen, müssen sich die privaten Haushalte und die anderen Auftraggeber vorab registrieren. Die Online-Plattform des INPS ist unter folgender Internetadresse zugänglich: www.inps.it/ Prestazioni Occasionali. Zu Beginn der Registrierung können die Auftraggeber zwischen privaten Haushalten oder anderen Auftraggebern wählen. Bei Auswahl der anderen Auftraggeber gibt es drei Möglichkeiten: öffentliche Verwaltung, landwirtschaftliche Unternehmen oder andere Auftraggeber. Bei der Registrierung ist auch die Angabe der personenbezogenen Daten nötig, damit das INPS die vertraglichen und beitragspflichtigen Auflagen verwalten kann. Die Meldung der Arbeitsleistung erfolgt über einen Kalender und für jede Arbeitsleistung ist eine separate Meldung notwendig, d.h. für eine zusammenhängende Arbeitsleistung, welche an drei aufeinanderfolgenden Tagen erfolgt, müssen drei verschieden Meldungen gemacht werden.

Die Auftragnehmer müssen den IBAN des Bank- oder Postkontokorrents oder die Daten der Kreditkarte angeben, auf welche das Inps die Vergütung innerhalb des 15. Tages des Folgemonats (auf den Monat in welchem die Arbeitsleistung erbracht wurde) überweist. Die Bank- oder Postverbindungen müssen auf den Namen des Auftraggebers lauten. Es kann sich aber auch um ein gemeinsames Konto handeln. Das INPS haftet nicht für falsch angegebene Zahlungsverbindungen.

Sollten bei der Meldung keine Zahlungsverbindungen angegeben worden sein, sendet das INPS dem Auftragnehmer eine Mitteilung zu, mit welcher er bei einem beliebigen Postamt in Italien, nach Abzug von Spesen in Höhe von €2,60, den ihm zustehenden Betrag beheben kann (gegen Vorlage eines gültigen Personalausweises und des genannten Schreibens).

Vertrag zur gelegentlichen Arbeitsleistung. Neben den Vorschriften, welche wir im letzten Rundschreiben beschrieben haben, kommen noch zusätzliche Einschränkungen für die Auftraggeber hinzu. Für die Berechnung der durchschnittlichen Beschäftigten mit unbefristetem Arbeitsvertrag im Unternehmen legt das INPS den Zeitraum vom achten bis zum dritten Vormonat der Arbeitsleistung fest. Wenn die Arbeitsleistung beispielsweise am 11. Juli 2017 erfolgt, erstreckt sich er Berechnungseitraum von November 2016 bis zum April 2017. Während Teilzeitbeschäftigte im Verhältnis zu ihrer reduzierten Arbeitsleistung zur Beschränkung der fünf unbefristeten Arbeitsverhältnisse gezählt werden, zählen Arbeiter auf Abruf im Verhältnis zur effektiven Arbeitszeit im beschriebenen Bezugszeitraum. 

Private Haushalte. Gelegenheitsarbeiten in privaten Haushalten dürfen nur jene Personen in Auftrag geben, welche im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses selbst keine unternehmerische oder Freiberufliche Tätigkeit ausüben. Dabei können ausschließlich Haushaltstätigkeiten (einschließlich Garten-, Säuberungs- oder Instandhaltungsarbeiten), Pflegedienste (für Kinder, ältere oder kranke Menschen und Menschen mit Behinderung) und privater Nachhilfeunterricht vergütet werden. Der nominale Wert der Lohngutscheine beträgt € 10,00.

Weiter sieht das INPS einen SMS und/oder Email-Dienst vor, mit dem Ziel den Auftragnehmer besser zu schützen und die Benachrichtigungen über erfolgte Meldungen zu erleichtern. Mit Hilfe dieses Dienstes kann der Auftraggeber erfolgte Arbeitsaufträge bestätigen, beziehungsweise nicht erfolgte Leistungen wiederrufen. Bestätigt der Auftraggeber die Arbeitsleistung, ist ein Widerruf nicht mehr möglich. Die Bestätigung der Arbeitsleistung kann bis innerhalb 24:00 Uhr drei Tage nach der Arbeitsleistung erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist ist die Bestätigung nicht mehr möglich. 

Landwirtschaft. Unbeschadet der subjektiven Kriterien für die Gelegenheitsarbeit, welche wir in unserem letzten Rundschreiben beschrieben haben, gilt für die Landwirtschaft die Mindeststundenentlohnung des nationalen Kollektivvertrages. Je nach Zugehörigkeit der Auftragnehmer unterscheidet der Kollektivvertrag drei verschiedene Kategorien: Kategorie 1 € 7,57; Kategorie 2 € 6,94; Kategorie 3 € 6,52. Die Mindestentlohnung beträgt vier Stunden. Die Höhe der Vergütung der darauffolgenden Stunden liegt im Ermessen des Auftraggebers und Auftragnehmers, sie darf jedoch nicht geringer als die oben genannten Beträge sein.

Erstreckt sich die Arbeitsleistung über zwei verschiedene Monate, erfolgt die Zahlung der Vergütung erst im Monat nach Beendigung der Arbeitsleistung (Bsp. Arbeitsleistung vom 30.09.2017 bis 02.10.2017, Vergütung innerhalb 15.11.2017). Innerhalb September 2017 wird es auch möglich sein, mehrtägige Arbeitsleistungen zu melden. 

Vorgehensweise. Um die Gelegenheitsarbeiten korrekt vergüten zu können und die Beitragspflichten zu erfüllen, müssen die Auftraggeber im Vorhinein ihr virtuelles Konto aufladen. Dies funktioniert mittels F24 mit den Kodes LIFA (private Haushalte – Libretto Familia) und CLOC (andere Auftraggeber – contratto lavoro occasionale) oder mittels Einzahlungen im Online-Portal des Inps, welche auf dem Kontokorrent oder der Kreditkarte belastet werden.

Je nach Art der Zahlung werden die Beträge dem Auftraggeber innerhalb von sieben Tagen auf seinem virtuellen Konto auf der Online-Plattform gutgeschrieben. Von der Online-Plattform können Auftragnehmer jederzeit ihre Vergütungsabrechnung abrufen, auf denen die einzelnen Auftraggeber ausgewiesen sind und eine Aufstellung der eingezahlten Inps/Inail Beiträge enthalten ist.

Gelegenheitsarbeiten mit Onlineplattform

Im Zuge der Abschaffung der Bestimmungen zur Gelegenheitsarbeit mit Lohngutscheinen (Voucher) hat die Regierung im Nachtragshaushalt (Artikel 54-bis, G.D. Nr. 50/2017) diese Materie neu geregelt. Somit können Unternehmen, Freiberufler, private Haushalte und Gemeinden gelegentliche Leistungen wieder korrekt vergüten, allerdings nur unter bestimmten, sehr eingeschränkten, Voraussetzungen. Es gilt eine unterschiedliche Regelung zwischen gelegentlichen Tätigkeiten im privaten Haushalt und den anderen Bereichen. In diesem Rundschreiben beschreiben wir nur kurz die Reglung für die anderen Auftraggeber und nicht auch jene für die privaten Haushalte.   

Ähnlich wie bei der abgeschafften Regelung erfolgt die Definition von Gelegenheitsarbeit über die Höchstbeträge der Vergütung innerhalb des Kalenderjahres. Jeder Auftragnehmer darf insgesamt maximal 5.000 Euro an Vergütungen für Gelegenheitsarbeiten beziehen und pro Auftraggeber darf ein Auftragnehmer maximal 2.500 Euro erhalten. Jeder Auftraggeber darf maximal insgesamt lediglich 5.000 Euro an Vergütungen bezahlen. Die Auftraggeber dürfen weiter maximal fünf Arbeitnehmer mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag beschäftigen. Wie schon in der vorhergehenden Regelung gilt für bestimmte Sektoren oder Tätigkeiten ein ausdrückliches Verbot, einen Vertrag für gelegentliche Leistungen abzuschließen. Dazu zählen Bau- und Baunebengewerbe, Bergbau sowie die Ausführung von Unternehmer- oder Dienstleistungswerkverträgen. Eine Sonderregelung gilt für die Landwirtschaft. Dort dürfen nur Rentner, Studenten (bis zu einem Lebensalter von 25 Jahren), Arbeitslose oder Empfänger von Maßnahmen zur Stützung des Einkommens (z.B. Lohnausgleiskasse) beschäftigt werden, vorausgesetzt, sie waren im Vorjahr nicht als Tagelöhner beschäftigt.

Der Gesetzgeber sieht für das Erreichen des Limits von 5.000 Euro von Seiten des Auftraggebers eine Ausnahme für bestimmte Gruppen von Auftragnehmern vor. Zu diesen Gruppen gehören Rentner, Studenten (bis zu einem Lebensalter von 25 Jahren), Arbeitslose und Empfänger von Maßnahmen zur Stützung des Einkommens (Bsp. Lohnausgleichskasse). Die bezahlten Vergütungen an die genannten Gruppen zählen nur zu 75 Prozent für die Ermittlung des Limits der Auftraggeber.

Eine unterschiedliche Regelung gilt für die Meldung der gelegentlichen Mitarbeiter. Während private Haushalte diese innerhalb des dritten Tages im Folgemonat des Beginns der Beschäftigung erledigen können, gelten für alle anderen Auftraggeber sogar noch strengere Regeln, als dies früher mit der Regelung für die Voucher der Fall war. Spätestens eine Stunde vor Beginn der Arbeit müssen diese über die Internetplattform des Inps folgende Daten übermittelt werden: anagraphische Daten des Mitarbeiters, Arbeitsort, Art der Tätigkeit, Datum und Zeitpunkt des Beginns sowie Beendigung der Tätigkeit (Landwirte können bis zu drei Tage melden) und die vereinbarte Vergütung für die gelegentliche Leistung, welche mindestens 36 Euro betragen muss (Landwirtschaft ausgenommen).

Gemäß diesen Bestimmungen werden einem Auftragnehmer auf jeden Fall für einen Arbeitseinsatz mindestens vier Stunden vergütet, auch wenn er weniger arbeitet (z.B. nur zwei Stunden). Wird die Arbeitsleistung nicht erbracht, so muss dies der Auftraggeber innerhalb von drei Tagen dem Inps elektronisch oder über das Call Center mitteilen. Verstreicht diese Frist ohne die Richtigstellung, bezahlt das Inps dem Auftragnehmer die Vergütung trotzdem, obwohl er nicht gearbeitet hat. 

Die Mindestvergütung je Stunde beträgt neun Euro (vorher 7,5 Euro) für den Auftragnehmer. Zu diesem Betrag kommen noch Rentenbeiträge (33 Prozent), Versicherung gegen Arbeitsunfälle (3,5 Prozent) und der Service des Inps (1 Prozent). Insgesamt also 37,5 Prozent, womit sich die Kosten auf 12,37 Euro je Stunde belaufen.

In der Landwirtschaft ist auf die Stundenentlohnung gemäß Kollektivvertrag Bezug zu nehmen. Die Vergütung an den Mitarbeiter bleibt weiterhin steuerfrei und hat keinen Einfluss auf den Arbeitslosenstatus. Einer ersten vorsichtigen Auslegung zufolge ist die Kumulierung zwischen Leistungen zur Stützung des Einkommens (z.B. Lohnausgleichskasse) und den Einkünften aus gelegentlicher Tätigkeit nicht mehr möglich.

Die Auszahlung der Vergütung an die Mitarbeiter erfolgt innerhalb des 15. Tages des Folgemonats der erbrachten Arbeitsleistung direkt durch das Inps. Dazu muss der Mitarbeiter seine Bankverbindung mitteilen, möglich ist aber auch eine Auszahlung über das Postamt.

Überschreitet ein Auftragnehmer innerhalb eines Kalenderjahres den Betrag von 2.500 Euro bei einem Auftraggeber oder erbringt er für diesen Arbeitsleistungen von mehr als 280 Stunden, so wird das Vertragsverhältnis in ein unbefristetes Vollzeitarbeitsverhältnis umgewandelt. Ein Vergehen gegen die Meldepflicht wir mit einem Bußgeld zwischen 500 und 2.500 Euro (je Meldung) geahndet.

Weitere Missbrauchsbestimmungen in Zusammenhang mit der Gelegenheitsarbeit betreffen die Arbeitszeiten und ein vorhergehendes Arbeitsverhältnis. Dabei sind die Schutzbestimmungen zur Arbeitszeit (GVD Nr. 66/2003) zu den Ruhepausen und Ruhetagen einzuhalten. Ein Auftraggeber darf keinen Auftragnehmer gelegentlich beschäftigen, welcher in den letzten sechs Monaten (vor Beginn der der Beschäftigung) bei diesem bereits als Arbeitnehmer oder freier Mitarbeiter tätig war (z.B. Saisonarbeiter). 

Die Onlineplattform des Inps wird voraussichtlich ab dem 10. Juli operativ sein. Die nötigen Anleitungen durch das Inps sollten noch vorher veröffentlicht werden.